Wels angeln - alles Wissenswerte zum Waller

13.09.2019 11:20

Die Schnur in der einen Hand und in der anderen einen Stock, mit dem Sie aufs Wasser klopfen. Sie sitzen auf einem Boot abseits der Hauptströmung eines Flusses. Ein leichtes Zucken an der Schnur und es hat ein Wels angebissen. Die Giganten der europäischen Gewässer sind die größten und am schwierigsten zu angelnden Fischen. Es bedarf einer guten Ausrüstung und viel Kraft, um den Raubfisch aus dem Wasser zu holen. Denn die Riesen unter den europäischen Süßwasserfischen sind eine Herausforderung für sich und werden im Durchschnitt etwa ein bis zwei Meter lang. Besonders charakteristisch sind seine unbeweglichen Barteln und die schuppenlose Haut. Das Angeln auf Welse wird immer beliebter, auch aufgrund der extremen Kraft der Fische beim Drill. Wir erklären Ihnen in unserem Blogbeitrag worauf Sie beim Welsangeln achten müssen, welche Angelplätze geeignet sind und welche Ausrüstung Sie benötigen.

Der Wels ist eine Besonderheit unter den Fischen

Der Wels wird auch Waller genannt und weist, neben seiner enormen Größe und den typischen Bartfäden, mit denen er tastet und schmeckt, noch weitere Besonderheiten auf. Der Fisch kommt in allen möglichen Farben und Mustern vor. Sogar Albinowelse sind bekannt. Meist reicht das Farbspektrum von schwärzlich-blau, über braun bis grünlich. Die Muster reichen von Punkten, Sprenkeln, über Wolken hin zu Marmorierungen. Meist sind die Unterseiten heller bis weiß. In seinem breiten Maul hat der Wels zahlreiche nach hinten gebogene Bürstenzähne. Der Fisch ist ein Allesfresser. Nicht nur kleinere Fische, Krustentiere, Pflanzen und Insekten stehen auf seinem Speiseplan. Er frisst auch junge Vögel, die er am Wasser erwischen kann, sowie Säugetiere, wie Nager. Einer Legende nach fiel schonmal ein kleiner Dackel einem Wels zum Opfer.

Die besten Angelplätze & Fangzeiten für Welse

Welse lieben die Dunkelheit. Ihre Augen sind sehr schlecht, dafür das Gehör umso besser. Meist verstecken sie sich tagsüber schlummernd am Wassergrund. Die erwachsenen Tiere sind Einzeltiere und treffen sich nur zum Laichen. Sie mögen es warm und ruhig. In langsam fließenden Gewässern, in Flussmündungen oder in Küstennähe sind sie am häufigsten anzutreffen. Ihnen macht ein hoher Verschmutzungsgrad nicht allzu viel aus, auch können sie im Salzwasser überleben, wenn es nicht mehr als 15 % Salz enthält.

Ein gefangener Wels wird präsentiert
Quelle: Shutterstock/wwwarjag

Die besten Angelplätze finden Sie im ruhigen tiefen Wasser mit Strukturen wie Pflanzen, Totholz oder ähnlichem. Da sich ihre Beutefische gerne im schnelleren, flacheren Wasser aufhalten kommt auch der Wels ab und zu auf seiner Jagd an solchen Stellen vorbei. Sie mögen tiefe Außenkurven von Kanälen, Strömungskanten und Übergänge von flachen zu tiefen Wasserregionen. An den Flussbereichen von Main, Rhein oder Donau sind die Bereiche der ersten Buhnen gute Stellen zum Welse angeln. Die besten Angelplätze liegen abseits der Hauptströmung und die größten Chancen auf einen Biss haben Sie in der Dämmerung und nachts. Eine leichte Eintrübung des Wassers und nur wenig Tiefe locken die Welse auch tagsüber aus dem Untergrund. Ist das Wasser sehr trübe haben Sie tagsüber genauso gute Chancen auf einen Fang, wie nachts! Da die Fische von unten nach oben jagen, sind Boote ideale Ausgangspunkte für die Jagd.

In welcher Zeit dürfen Sie Welse angeln?

Welse unterliegen keiner Schonzeit. Auch ein Mindestmaß müssen Sie nicht einhalten. Die Bestände sind heutzutage nicht gefährdet. Als Speisefisch eignen sich junge Welse am besten. Das Fleisch ist weich, zart und nahezu grätenfrei. Auch das Schuppen kann man sich sparen. Ein beliebter Klassiker ist der panierte Waller mit Bratkartoffeln und Meerrettichsoße.

Die besten Chancen haben Welsangler in der warmen Jahreszeit. Die Fische stellen bei niedrigeren Temperaturen ihre Nahrungsaufnahme immer weiter ein und lassen sich nicht von, noch so guten, Ködern aus den Winterunterschlupf locken. Von März bis Oktober beißen die Welse am besten.

Welche Angeltechniken & welches Equipment eignet sich für Waller?

Da die Welse gigantische Ausmaße annehmen können und kapitale Waller gut und gerne fast 100 Kilogramm wiegen, muss das Angelzubehör dementsprechend einiges aushalten können. Die Ruten und Rollen, sowie die Schnüre müssen ordentliches Gewicht und Zug standhalten. Grundsätzlich eignen sich drei Methoden zum Angeln auf Welse: das Abspannen, das Spinnfischen und das Vertikalangeln.

Elementar ist dieses Equipment fürs Welsangeln:

  • Kräftige Rute
  • robuste Rolle mit starker Bremse
  • Geflochtene oder monofile Angelschnur mit mindestens 0,5 mm
  • Wallervorfach aus Hardmono, Kevlar oder Dyneema
  • Handschuh
  • Wallerholz
  • eventuell Echolot
  • Köder
  • Haken
  • eventuell Boot

Je nach Angeltechnik unterscheidet sich auch die Ausrüstung. Wir stellen die drei gängigsten Methoden vor und listen das benötigte Equipment auf.

Abspannen auf Wels

Die beliebteste Angeltechnik auf den europäischen Wels ist das sogenannte Abspannen. Dabei stellen Sie eine Verbindung zwischen der Angel und dem Ufer oder einer Boje her. Die Köder können Sie mit dieser Technik ganz nah an den Unterschlüpfen der Fische präsentieren und die Rutenspitze zeigt eine sehr präzise Bisserkennung.

Für das Abspannen benötigen Sie folgende Ausrüstung:

  • mindestens 3 Meter lange Rute
  • monofile Schnur mit ca. 0,25 mm
  • geflochtene Schnur mit höherer Tragkraft als die monofile
  • Wirbel auf der Hauptschnur
  • Gummiperle
  • Zahnstocher oder dünnes Ästchen
  • eventuell ein Boot
  • Köderfisch

Mancherorts ist das Abspannen verboten. Informieren Sie sich frühzeitig und geben Sie besonders acht auf Wasserfahrzeuge aller Art, die an der Schnur hängen bleiben könnten.

Ein Angler präsentiert seinen gefangenen Wels
Quelle: Shutterstock/FedBul

Spinnfischen auf Wels

Am meisten Spaß bringt, laut den Welsanglern, dass Spinnfischen auf den Waller. Durch den ständigen Kontakt zum Köder, erleben Sie einen intensiven Biss, der es in sich hat. Das Spinnfischen erfordert jedoch sehr viel Geduld und das richtige Tackle. Einen Unterschied macht es auch, ob Sie vom Ufer oder vom Boot aus Spinnfischen.

Das Equipment beinhaltet:

  • kräftige Spinnfischrute
  • Ufer: 6000er bis 8000er Rolle, Boot: 4000er bis 5000er Rolle
  • 40er geflochtene Schnur
  • Wirbel
  • No Knots
  • Karabiner
  • Haken
  • Kunstköder wie Blinker, Gummifische oder Wobbler

Die Köderführung sollte beim Wels lieber passiv sein. Ein monotones Einkurbeln erzielt die besten Erfolge. Wichtig ist es, die Köder nah an den Aufenthaltsorten der Welse zu bringen, damit die Fische die Köder überhaupt wahrnehmen.

Vertikalangeln auf Wels

Immer beliebter wird das Vertikalangeln auf Welse. Von einem Boot aus lassen Sie einen Köder direkt nach unten und greifen mit der Hand in die Schnur. Es ist einfach ein spannendes und aufregendes Erlebnis, da man den Biss so direkt in der Hand erlebt.

Für das Vertikalangeln brauchen Sie:

  • ein Boot
  • Vertikalrute
  • 5000er Rolle
  • 40er Schnur
  • Naturköder wie Köderfische und Tauwürmer
  • Oder Kunstköder, wie Gummifische
  • Fireball-Montage
  • Drillingshaken
  • eventuell ein Echolot
  • Wallerholz

Sie lassen den Köder zum Grund und ziehen ihn langsam wieder nach oben. Mit dem Echolot können Sie sehen, ob ein Fisch auf den Köder anspringt und ihm folgt. Mit dem Wallerholz klopfen Sie auf die Wasseroberfläche und versuchen ein „Plopp“-Geräusch zu machen. Das soll den Wels veranlassen einen Rivalen an der Oberfläche zu vermuten und seinen Futterneid anfachen. Das Klopfen lockt die Waller in die Nähe. Er steigt vom Grund des Gewässers auf, um nachzusehen, was sich an der Oberfläche abspielt. Das lässt sich wunderbar auf den Echolot-Geräten verfolgen.

Das Führen des Wallerholzes will dabei gelernt sein. Einfach auf die Wasseroberfläche schlagen hat keinen Erfolg und kann sogar Welse verscheuchen. Damit Sie die Fische anlocken, müssen Sie das Holz so durch das Wasser führen, dass es ein „Plopp“-Geräusch beim Austreten erzeugt. Ähnlich wie ein Ruder ziehen Sie das Holz von vorne nach hinten in einem Bogen durch das Wasser, knicken kurz vorm Austritt das Handgelenk ein und ziehen so das Ende schwungvoll heraus. Übung macht den Meister!

Fazit: Auch wenn das Angeln auf den Wels Angler vor Herausforderungen stellt und gutes Equipment und Erfahrung erfordert, ist es doch die schönste Anglerfreude einen kapitalen Wels aus dem Wasser zu ziehen!

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