Aale angeln - alles Wissenswerte zum Fangen des Raubfischs

21.06.2019 13:20

Jedes Kind kennt die schlangenartigen, mit einer Schleimschicht umzogenen Fische - die Aale. Sie gehören zur Gattung der Knochenfische und kommen im europäischen Süßwasser vor. Das bedeutet vor allem Seen und Flüsse nennen sich ihre Heimat. Die typische langgestreckte Form des Körpers lässt sie leicht von anderen Fischen unterscheiden. Dabei können die weiblichen Exemplare Längen von bis zu 2 Metern erreichen - Männchen dagegen werden meist nicht größer als 60 Zentimeter. Im Vergleich zu anderen Fischen, wie Zander oder Hechte, sind Aale jedoch mit ihren 6 bis 8 Kilogramm wahre Leichtgewichte.

Ein weiteres markantes Merkmal ist seine Flossenzusammensetzung, denn der Aal besitzt keine Bauchflosse. Dafür sind seine Rücken-, After- und Schwanzflossen zu einem einzigen Flossensaum zusammengewachsen und befinden sich an der hinteren Körperhälfte. Die Färbung der Unterseite des Aals lässt eine ungefähre Bestimmung des Alters zu. So ist sie bei Jungtieren gelb und färbt sich bei erwachsenen Aalen weiß. Die Oberseite ist dagegen permanent dunkelgrün bis schwarz und bietet die perfekte Tarnung am sumpfigen Grund der Süßgewässer.

Ein Aal unter Wasser
Quelle: Rostislav Stefanek/Shutterstock

Dürfen alle Aalarten geangelt werden?

Grundsätzlich gilt in unseren europäischen Gefilden kein Angelverbot für bestimmte Aalarten. Sie sollten lediglich die nachfolgend aufgelisteten Schonzeiten und Schonmaße beachten, in denen Aale nicht gestört werden sollten. Diese gelten, je nach Angabe, für die deutschen Bundesländer. Für das europäische Ausland sollten Sie sich am besten auf den fachspezifischen Seiten der jeweiligen Staaten speziell erkunden.

Schonzeiten schützen den Aal vor dem Aussterben

Es ist kaum zu glauben, doch der Aal ist aufgrund von Wasserverschmutzung und -bebauung vom Aussterben bedroht. Insbesondere daraus folgende Vergiftungen oder auch tödliche Gefahren an Schleusen lassen die Artenpopulation sinken. Daher ist es umso wichtiger, Aale vor Überfischung zu schützen und ihnen mit Schonzeiten und Mindestfangmaßen die ungestörte Fortpflanzung zu ermöglichen. So werden die Aalbestände weitestgehend stabil gehalten. Die Schonangaben unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Sie sollten sich unbedingt an die jeweiligen Angaben halten, da Verstöße mit hohen Bußgeldern bestraft werden.

Wir haben Ihnen eine nach Bundesländern unterteilte Übersicht erstellt, die Ihnen helfen soll, die richtigen Maße einzuhalten (Stand: Januar 2019):

Bundesland

Mindestmaß

Schonzeit

Baden-Württemberg

*

ganzjährige Schonzeit *

Bayern

50 cm

Berlin

50 cm

Brandenburg

50 cm

Bremen

45 cm

Hamburg

45 cm

Hessen

50 cm

01.10. - 01.03.

Mecklenburg-Vorpommern

Binnen: 50 cm

Küste: 50 cm

Binnen: 01.12. - 28.02.

Küste: 01.12. - 28.02.

Niedersachsen

Binnen: 35 cm

Küste: 45 cm

Binnen:       –

Küste:         –

Nordrhein-Westfalen

50 cm

01.10. - 01.03.

Rheinland-Pfalz

50 cm

Saarland

50 cm

Sachsen

50 cm

Sachsen-Anhalt

50 cm

Schleswig-Holstein

Binnen: 45 cm

Küste: 45 cm

Binnen:       –

Küste:          –

Thüringen

45 cm

* Gesonderte Bestimmungen für Teile des Rheins und Neckars

Der Aal in Beißlaune - wann & wo Sie angeln sollten

Es ist kein Hexenwerk beim Angeln auf Aal gute Erfolge zu erzielen. Es gibt lediglich einige Faktoren, die Sie beachten sollten. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Aal nachtaktiv ist. Das bedeutet, der Raubfisch beginnt erst zur Dämmerung seine Beute zu jagen. Der Aal jagt dann am Gewässergrund Krebse, Insektenlarven, aber auch Würmer.

Die Jahreszeiten und ihre Temperaturänderungen

Wie auch bei vielen anderen Fischen hängen die Erfolgschancen hauptsächlich vom Fressverhalten der Tiere ab. Diese unterscheiden sich vor allem nach den Jahreszeiten. Doch auch den richtigen Hotspot sollten Sie finden, um den Raubfischen auf die Schliche zu kommen. In den kalten Monaten sind Aale eher träge. Sie verbuddeln sich am Gewässergrund oder verstecken sich in ihrem Unterschlupf.

Wenn im Frühjahr der Frost verschwindet und die ersten warmen Tage anbrechen, sind auch die Raubfische wieder vermehrt auf Beutezug und die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Angelausflug steigt. Warme Wassertemperaturen mögen Aale am liebsten. Besonders in der ersten Jahreszeit kommt es nicht selten vor, dass Sie Aale schon im knietiefen Uferbereich antreffen. Denn dort ist das Wasser zu dieser Zeit am wärmsten und viel Futterlaich befindet sich zwischen dem Schilf.

Mit dem Regen kommen auch die Aale

Der Aal ist ein eher spezieller Fisch mit vielen Eigenheiten. Das zeigt sich auch bei seinem Lieblingswetter. Sie denken an einem schönen sonnigen Tag, lässt es sich doch am besten auf Aal angeln? Leider müssen wir Sie hierbei enttäuschen. Aale mögen es, wenn es so richtig regnet. Viele Würmer werden hier nämlich vom Ufer in das Wasser gespült und der Aal freut sich über sein Festmahl. Zur besten Zeit des Aalangelns ist es also dunkel und schlechtes Wetter. Gerade nach einem Gewitter oder Hochwasser ist der Aal auch sehr beißfreudig. Heiße, sonnige Abende zählen ebenfalls zu seinen Favoriten. Vielleicht ist es nicht das, was Sie sich unter einem perfekten Angelausflug vorgestellt haben, aber das macht die Faszination Aal aus.

Aale am Meeresboden
Quelle: Kichigin/Shutterstock

Mit dieser Aalausrüstung landen Sie ganz bestimmt den „Schlangenfisch“

Auf dem Angelmarkt gibt es eine Fülle an Angelausrüstung. Alles ist auf die unterschiedlichsten Fische und Angelweisen ausgerichtet. Doch wir wollen Sie in dem Dschungel aus Angelruten und Ködern nicht allein lassen und bereiten Sie mit unserem Guide für das Angeln auf Aal perfekt auf den nächsten Angelausflug vor.

Eine robuste Rolle für den Aal

Aale sind zwar keine Schwergewichte, jedoch sind sie auch keine Rotfedern. Daher sollte Ihre Aalrolle einiges aushalten, damit der nächste Kampf nicht am überforderten Equipment scheitert. Auch durch das meist nächtliche Angeln kann es zu Stößen und daraus resultierenden Beschädigungen an der Angelausrüstung kommen, falls Sie mal wieder etwas weniger sehen. Robustheit ist hier das Stichwort.

Die richtige Rute für das Angeln auf Aal

Die Angelrute ist der wichtigste Teil Ihrer Angelausrüstung. Leider gibt es keine Universalrute für alle Fische, denn besondere Fische benötigen auch besonderes Zubehör. Dieses ist immer angepasst an spezielle Angelarten, aber auch an Verhaltensweise, Größe und Gewicht des Zielfisches.

Die erste Reaktionshandlung, nachdem der Aal angebissen hat, lässt ihn blitzschnell unter Pflanzen und Verstecke unter Wasser flüchten. Sollten Sie also einen Aal am Haken haben, ist es wichtig ihn direkt ins freie Wasser zu führen. Das gelingt am besten mit einer Aalrute mit steifem Rückgrat. Ob Steck- oder Teleskoprute ist Ihnen überlassen, denn dies hat für das Aalangeln keine Relevanz. Um die perfekte Stelle zu ergattern, ist eine Rutenlänge von 2,4 bis 3,3 Meter empfehlenswert.

Ein Angler mit einem frisch gefangenen Aal
Quelle: Piotr Wawrzyniuk/Shutterstock

Die Verlockung für den Aal - der Köder

Doch auch die beste Angelausrüstung bringt nichts, wenn der Aal noch nicht einmal zum Haken gelockt wird. Bei dem schlangenartigen Fisch gilt dabei, je größer der Köder umso größer der Zielaal. Würmer in jeder Form sind immer ein guter Köder für Aale. Jedoch fangen Sie mit diesen überwiegend kleinere Exemplare - perfekt für den nächsten Grillabend.

Haben Sie einen kapitalen Aal im Blick? Verwenden Sie unbedingt einen Köderfisch. Besonders gute Aalverlockungen sind Stinte, Rotaugen, Lauben und Grundeln. Für Fischfetzen am Haken müssen Sie nicht zwischen den Fischarten unterscheiden. Fettige Fische, wie Makrelen oder Forellen, sind bestens geeignet und locken den einen oder anderen großen Aal an Ihren Haken. Doch auch Krebse und Insekten werden vom Aal nicht verschmäht und auch Aas steht auf seiner Nahrungsliste.

Der Kreislauf des Aals

Der Aal, insbesondere das Weibchen, hat einen einzigartigen Lebenszyklus. Denn nach der Paarung schwimmen sie mit der Strömung flussabwärts Richtung Meer und durchqueren den Ozean, um zu den Bahamas, genauer gesagt zur Sargassosee, zu gelangen. Ein ganzes Jahr dauert diese Reise, bei welcher sie nichts frisst und sich ausschließlich von den Fettreserven ihres Körpers ernährt. Bei den Bahamas angekommen legen die Aalweibchen ihren Laich ab und sterben anschließend. Die geschlüpften Aallarven begeben sich nun auf ein dreijähriges Abenteuer zurück zu den Flüssen Europas, wo sie ihr restliches Leben verbringen. Zumindest bis ihre eigene Laichzeit gekommen ist. Die komplette Reise ist sehr anstrengend und lang. Durch Kraftwerke und Schleußen wird diese noch mehr erschwert und viele Weibchen sterben auf dem Weg in die Sargassosee. Da die Weibchen jedoch nur genau hier laichen, kann in anderen Gewässern problemlos geangelt werden, da der Fortbestand der Art somit anderswo gesichert wird.

Das Wichtigste zusammengefasst

Damit Sie nicht immer wieder alles neu lesen müssen und wichtige Informationen vergessen, haben wir Ihnen hier noch einmal die wichtigsten Informationen zum Thema Aalangeln zusammengefasst:

  • Achten Sie auf die Schonzeiten und -maße der Aale
  • Aale sind nachtaktiv und lieben regnerisches Wetter
  • er kommt vor allem in Flüssen und Seen vor
  • dort hält er sich gerne am Ufer unter Wurzeln und in kleinen Verstecken auf
  • wählen Sie eine robuste Angelrolle und eine Rute mit steifem Rückgrat
  • Aale beißen sehr gerne bei Würmern, für kapitale Exemplare sollten Sie Köderfische bzw. Fischfetzen verwenden

Wenn Sie diese Tipps berücksichtigen, werden ganz sicher auch Sie beim nächsten Angeltrip großartige Erfolge verzeichnen. Petri Heil!

Quelle Vorschaubild: COULANGES/Shutterstock

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